Theater-Tradition auf der Schwarzenburg

Bereits 1888 berichtet die Chronik, dass auf der Schwarzenburg ein Theater aufgeführt wurde. Mit der Gründung des Schwarzwihrberg-Vereins machte sich dieser auch zur Aufgabe die Bedingungen für Theateraufführungen auf der Ruine zu verbessern. Im Burghof wurde eine Bühne geschaffen, die dann immer wieder für die Präsentation von überwiegend heimatgeschichtlichen oder Raubritter-Stücken genutzt wurde.

Am 7. August 1892 wurde zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr das Historienstück „Kunz von Kauffungen“ von Chr. Gottlob Neumann gezeigt. 1894 und 1896 folgte das heimatgeschichtliche Stück “Die Schlacht von Hiltersried” von Max Kurz und im Jahr 1900 das Raubritterstück “Heinz von Stein, der Wilde”. 1904 griff man wieder zurück auf “Kunz von Kauffungen”, 1924 und 1925 folgte nochmals „Die Schlacht von Hiltersried“ und 1927 abermals der bewährte „Kunz von Kauffungen“.

Historienstück "Kunz von Kauffungen"

Im Rahmen einer Festspielwoche anlässlich der 500-Jahr-Feier der Schlacht von Hiltersried wurde im August 1933 auf der Schwarzenburg das patriotische Stück „Die Hussitenschlacht“ aufgeführt, das eigens von der Stadt Rötz bei dem in München lebenden Hans Brückl in Auftrag gegeben wurde.

1949 nahmen sich die Rötzer vor, mit der Wiedergründung des Schwarzwihrberg-Vereins auch die Theater-Tradition auf der Schwarzenburg aufleben zu lassen. Nach Beseitigung der größten Schäden im Burgbereich konnte schon 1950 das von Dr. Sigfrid Färber aus Regensburg für den Schwarzwihrberg geschriebene Stück „Der Guttensteiner“ gezeigt werden, das auch in den Jahren 1951 und 1952 weiter aufgeführt wurde.

"Der Guttensteiner" im Jahr 1950 Festspielbesprechung in den 50er Jahren: 
oben: Georg Thamer, Josef Brenner, Mitte: Robert Mages, Josef Brandl, Andreas Steindl, Hans Hofmann, vorne: Johann Reitinger, Franz Reindl, Hans Paulus

Zusätzlich gab es 1952 und 1953 das Märchenspiel „Der Rübezahl“ von Dr. Färber. 1953 und 1954 wurde das tragische Stück „Die Rebellen vom Wald“, ebenfalls aus der Feder von Dr. Sigfrid Fäber, aufgeführt.

"Die Rebellen vom Wald" Märchenspiel "Der Rübezahl"

1955 erfolgte bei den Schwarzenburg-Festspielen eine Zwangspause: Durch den strengen Winter war es zu großen Frostschäden an der Burg gekommen, die repariert werden mussten. In den Jahren 1956 und 1957 wurde „Der Guttensteiner“ wieder aufgenommen und 1958 und 1959 wagte man sich an das „Das Nachfolge-Christi-Spiel“ von Max Mell.

"Das Nachfolge-Christi-Spiel" von Max Mell "Das Nachfolge-Christi-Spiel" von Max Mell

Schlechte Witterung und damit verbundene Ausfälle machten das Fehlen einer Überdachung schmerzlich bewusst. Auch der hohe Aufwand und die schwierigen Bedingungen unter denen auf der Schwarzenburg Theater gespielt wurde, waren Gründe dafür, dass im Jahr 1959 eine Spielpause eingelegt wurde, die dann die Schwarzenburg-Festspiele über mehrere Jahrzehnte zum Erliegen brachten.

Festspiel-Ausschuss (1995) von links: Bürgermeister Josef Sturm, Albert Spindler, Leo Kneip, Wolfgang Zwicknagl, Elisabeth Seebauer, Leonhard Hofstetter, Alois Sturm, Günther Hofmann, Rita Zwicknagl, Johanna Sturm, Anton Zwicknagl, Regisseur Bernhard Hübl, Dietmar Görgner, Vorsitzender des Schwarzwihrbergvereins Josef Wegele, Hans Seebauer jun.

Erst im Jahre 1995 gelang es Hans Seebauer jun. durch die Unterstützung eines engagierten Helferteams mit einem schlüssigen Konzept den Verein, die Stadt Rötz und die Bevölkerung zu begeistern und damit eine Wiederbelebung der Spiele anzugehen. Nach monatelangen Vorarbeiten: Tribünenbau, Schauspielproben, Reitunterricht, Kostüme schneidern und vielem anderen mehr ging am 5. Juli 1996 mit der Premiere des von Regisseur Berhard Hübl überarbeiteten Festspiels „Der Guttensteiner“ von Dr. Sigfrid Färber ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Seitdem finden alljährlich im Juli und August Aufführungen des mittlerweile Festspielklassikers „Der Guttensteiner“ statt.

 

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